Trinkwasser in Mittelhessen: Wasserhärte aller Orte
Das Trinkwasser in Mittelhessen hält die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung ein. In den vier vorliegenden Einträgen des Regierungsbezirks Gießen reicht die Wasserhärte von 2,96 bis 13,45 °dH. Kein Eintrag erreicht den Härtebereich hart, der nach dem Wasch- und Reinigungsmittelgesetz bei 14,0 °dH beginnt.
Mittelhessen ist kein Bundesland, sondern der Regierungsbezirk Gießen. Diese Seite führt vier Einträge, nicht alle Orte des Bezirks. Einen Durchschnittswert für die Region gibt es nicht, weil die Wasserhärte je Versorgungszone bestimmt wird.
Diese vier Zahlen beschreiben die 4 Orte dieses Verzeichnisses, nicht Mittelhessen als Ganzes. Orte, deren Versorgungszonen über eine Härtegrenze laufen, zählen in jedem Bereich, den sie berühren — deshalb ergeben weich und hart zusammen mehr als 4. Einen Landesdurchschnitt gibt es nicht: Die Härte wird je Versorgungszone bestimmt.
Alle Orte in Mittelhessen
nach Wasserhärte sortiertWasserhärte in Mittelhessen nach Ort, redaktionell geprüft am 26.08.2026. Jeder Ort verlinkt auf seine vollständigen Werte.
| Ort | Wasserhärte °dH | Härtebereich | Versorgungszonen | Versorger |
|---|---|---|---|---|
| Marburg-Biedenkopf | 2,96–13,45 | weich bis mittel | 8 | Stadtwerke Marburg GmbH (Stadt Marburg) und Stadtwerke Stadtallendorf (Stadt Stadtallendorf) |
| Gießen | 6,31 | weich | 2 | Stadtwerke Giessen AG |
| Marburg | 7,55–13,45 | weich bis mittel | 1 | Stadtwerke Marburg GmbH |
| Wetzlar | 7,6 | weich | 1 | ENWAG Energie- und Wassergesellschaft mbH Wetzlar |
Wo ein Ort mehrere Versorgungszonen hat, steht hier die Spanne über alle Zonen — kein Mittelwert. Welche Zone eine bestimmte Adresse versorgt, steht auf der Seite des Ortes. Die Einteilung weich / mittel / hart folgt § 9 des Wasch- und Reinigungsmittelgesetzes: weich unter 8,4 °dH, mittel bis 14,0 °dH, hart darüber. Einen Bereich „sehr hart" kennt das Gesetz nicht.
Aufgenommen sind die Orte, deren Versorger eine Veröffentlichung nach § 46 TrinkwV bereitstellt — ein vollständiges Verzeichnis aller Orte in Mittelhessen ist die Liste nicht. Wie diese Tabelle zu lesen ist
Was in Marburg, Gießen und Wetzlar aus dem Hahn kommt, stammt aus Tiefbrunnen, und die stehen zu einem großen Teil nicht dort, wo das Wasser verbraucht wird. Deshalb sagt die Lage einer mittelhessischen Adresse wenig darüber aus, welches Wasser dort ankommt — entscheidend ist, an welchem Förderbereich das Ortsnetz hängt.
Wie hart ist das Wasser in Mittelhessen?
Kein Eintrag in diesem Verzeichnis erreicht den Härtebereich hart. Für Waschmittel, Spülmaschine und Kaffeemaschine ist das die praktisch wichtigste Aussage dieser Seite: In allen vier Einträgen gilt die niedrige oder die mittlere Dosierstufe, nirgends die hohe.
Gießen und Wetzlar liegen mit ihren veröffentlichten Werten unter 8,4 und damit im Bereich weich. Marburg und der Landkreis Marburg-Biedenkopf werden nicht mit einem einzelnen Wert, sondern mit einer Spanne veröffentlicht, und diese Spanne läuft über die Grenze bei 8,4 hinweg — deshalb steht dort „weich bis mittel" und nicht eine Stufe.
Einen Durchschnitt für Mittelhessen finden Sie auf dieser Seite nicht, und das ist Absicht. Die Wasserhärte wird je Versorgungszone bestimmt, nicht je Region. Spannweite und Einzelwerte sagen mehr.
Vier Einträge sind kein Bild des ganzen Bezirks
Diese Seite listet vier Einträge: die Städte Gießen, Marburg und Wetzlar sowie den Landkreis Marburg-Biedenkopf.
Marburg liegt im Landkreis Marburg-Biedenkopf, und der Kreiseintrag stützt sich auf die Zonen der Stadtwerke Marburg und der Stadtwerke Stadtallendorf. Die beiden Einträge sind deshalb keine unabhängigen Fälle: Dass Marburg und der Kreis dieselbe Obergrenze von 13,45 °dH ausweisen, ist kein Zufall, sondern Folge derselben Datengrundlage. Der Kreis reicht dafür nach unten weiter — bis 2,96 °dH, verteilt über acht Versorgungszonen. Das untere Ende steht für ein Ortsnetz im Stadtallendorfer Gebiet, das obere für den härtesten veröffentlichten Marburger Wert — und beides ist mittelhessisches Leitungswasser aus derselben Liste.
Woher das mittelhessische Trinkwasser kommt
Aus dem Grundwasser, gefördert über Brunnen in drei Gewinnungsgebieten. Das Fördergebiet Queckborn liegt im Grünberger Ortsteil gleichen Namens in der westlichen Vogelsberg-Region und besteht aus mehreren Brunnenanlagen.
Dass unterschiedliche Messwerte herauskommen, hat genau hier seinen Grund: Die Brunnenanlagen liegen in verschiedenen Förderbereichen. Der Zweckverband Mittelhessische Wasserwerke fördert weiches Wasser, das Queckborner Wasser liegt höher und tendiert Richtung mittel. Ein Teil der Gießener Haushalte bekommt eine Mischung aus beidem — der für Gießen veröffentlichte Wert von 6,31 °dH ist deshalb kein Wert, den ein Brunnen liefert, sondern einer, den ein Netz liefert.
Die Stadt Gießen hat zusätzlich einen Kooperationsvertrag mit den Landwirten im Einzugsgebiet geschlossen — der übliche Weg, um Nitrateinträge dort zu begrenzen, wo sie entstehen, statt sie später aus dem Wasser holen zu müssen.
Hinter dem Hausanschluss endet die Zuständigkeit
Die Werte, die auf dieser Seite und auf den vier Ortsseiten stehen, gelten bis zur Übergabestelle. Was danach passiert, verantwortet der Eigentümer oder Vermieter, und darüber kann keine Analyse eines Wasserwerks Auskunft geben. Drei Handgriffe decken den größten Teil dessen ab, was im Haus schiefgehen kann:
- Stehendes Wasser ablaufen lassen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft. Das gilt morgens, nach dem Urlaub und für selten benutzte Hähne. Es kostet nichts und wirkt mehr als jede Maßnahme danach.
- Kein Warmwasser zum Trinken oder Kochen verwenden. Warmes Wasser löst Metalle leichter aus Leitungen und Armaturen, und im Warmwasserbereich vermehren sich Legionellen, die im Kaltwassernetz keine Rolle spielen.
- Bei Verdacht auf Bleileitungen eine Probe am eigenen Hahn untersuchen lassen. In Altbauten, gerade in den älteren Quartieren von Marburg und Wetzlar, ist das nicht ausgeschlossen — und Blei aus alten Hausleitungen ist der eine Fall, in dem eine eigene Analyse tatsächlich etwas beantwortet, das der Versorger nicht beantworten kann.
Häufige Fragen
Kann man das Leitungswasser in Mittelhessen bedenkenlos trinken?
Ja. Für alle vier Einträge dieser Seite gilt die deutsche Trinkwasserverordnung, und die zuständigen Versorger weisen die Einhaltung der Grenzwerte in ihren veröffentlichten Analysen aus.
Der Vorbehalt ist überall derselbe und betrifft nicht das Wasserwerk: Die Verantwortung des Versorgers endet an der Übergabestelle zum Haus. Alte Leitungen, selten genutzte Stränge und Armaturen in der Wohnung liegen außerhalb dieser Kontrolle. Wasser, das lange stand, deshalb kurz ablaufen lassen.
Wie hart ist das Wasser in Mittelhessen?
Je nach Ort zwischen 2,96 und 13,45 °dH. Gießen veröffentlicht 6,31 °dH und Wetzlar 7,6 °dH, beide im Härtebereich weich. Marburg gibt eine Spanne von 7,55 bis 13,45 °dH an, der Landkreis Marburg-Biedenkopf über acht Versorgungszonen 2,96 bis 13,45 °dH — beide Male weich bis mittel.
Die Tabelle auf dieser Seite zeigt die Werte je Ort. Welcher davon für Ihre Adresse gilt, steht auf der jeweiligen Ortsseite.
Woher kommt das Trinkwasser in Mittelhessen?
Aus Grundwasser, gefördert über Tiefbrunnen. Die wichtigsten Gewinnungsgebiete sind Queckborn im Grünberger Ortsteil am westlichen Vogelsberg, das Wohratal auf dem Gebiet der Stadt Kirchhain und Stadtallendorf mit Tiefbrunnen, Hochbehältern und Pumpstationen in mehreren Stadtteilen.
Ein großer Teil des Wassers legt danach eine weite Strecke zurück. Für die Frage, was bei Ihnen ankommt, zählt deshalb nicht die Entfernung zum nächsten Brunnen, sondern an welchem Förderbereich Ihr Ortsnetz hängt.
Dürfen Babys und Kleinkinder das Leitungswasser in Mittelhessen trinken?
Leitungswasser eignet sich zur Zubereitung von Säuglingsnahrung, wenn es die Trinkwasserverordnung erfüllt — das ist bei den vier hier gelisteten Versorgungsgebieten der Fall. Den für Ihren Ort veröffentlichten Nitratwert finden Sie auf der jeweiligen Ortsseite.
Zwei Punkte betreffen nicht das Wasserwerk, sondern die Wohnung: Lassen Sie das Wasser vor der Entnahme ablaufen, bis es gleichmäßig kalt nachläuft, und nehmen Sie kein Wasser aus der Warmwasserleitung. Besteht Verdacht auf Bleileitungen im Haus, klären Sie das mit einer Probe am eigenen Hahn, bevor Sie das Wasser für Säuglingsnahrung verwenden.
Ist das Wasser in Gießen, Marburg und Wetzlar gleich?
Nein. Gießen und Wetzlar liegen im Bereich weich, Marburg wird als Spanne von weich bis mittel veröffentlicht. Der Grund ist die Herkunft: Die Brunnenanlagen der mittelhessischen Wasserwerke liegen in unterschiedlichen Förderbereichen, und ein Teil der Gießener Haushalte erhält zusätzlich eine Mischung aus zwei Bezugsquellen.
Innerhalb einer Stadt kann es ebenfalls Unterschiede geben. Für den Landkreis Marburg-Biedenkopf liegen acht Versorgungszonen vor, deren Werte von 2,96 bis 13,45 °dH reichen.
Ist Chlor im mittelhessischen Leitungswasser?
Für die vier hier gelisteten Versorgungsgebiete liegt uns keine dokumentierte Chlorung vor. In Deutschland wird Trinkwasser nicht routinemäßig gechlort, sondern nur, wenn ein mikrobiologischer Befund oder eine Baumaßnahme im Netz es erfordert.
Solche Maßnahmen sind zeitlich befristet und werden vom Versorger und vom Gesundheitsamt bekannt gegeben. Ob gerade eine läuft, steht dort — nicht auf dieser Seite, die jährlich aktualisierte Messwerte zeigt.
An wen wende ich mich bei brauner Verfärbung oder einem Ausfall?
An den Versorger Ihres Ortes. In Gießen ist das die Stadtwerke Giessen AG, in Marburg die Stadtwerke Marburg GmbH, in Wetzlar die ENWAG Energie- und Wassergesellschaft mbH, in Stadtallendorf die Stadtwerke Stadtallendorf. Für Störungen an der Trinkwasserversorgung gibt es dort jeweils einen Entstördienst.
Braunes Wasser nach Netzarbeiten stammt meist aus aufgewirbelten Eisenablagerungen im Rohr und verschwindet, wenn man den Hahn eine Weile laufen lässt. Bleibt die Verfärbung, sollte sie gemeldet werden — dann klärt der Versorger, ob die Ursache im Netz oder in der Hausinstallation liegt.
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4 Zonen, eine Grenze: Alle Werte enden am Hausanschluss
Welche Zone Ihre Adresse versorgt, entscheidet über die Zahlen in der Tabelle. Über das, was danach passiert, entscheidet sie nicht: Was auf den letzten Metern durch Ihre eigenen Leitungen dazukommt — Blei, Kupfer, Nickel aus Rohren und Armaturen — steht in keiner dieser Zahlen, in keiner der 4 Zonen.
Dazu kommt, was ohnehin nicht geprüft wird: Die Trinkwasserverordnung regelt rund 50 Stoffe, im Wasserkreislauf zirkulieren Tausende — Arzneimittelrückstände, Hormone, Pflanzenschutzmittel, Industriechemikalien, Mikroplastik. Was aus der Leitung kommt, ist ein hoher Standard. Es ist nicht das bestmögliche Wasser.
Bringt eine eigene Wasseranalyse hier weiter? Bei konkretem Verdacht auf Bleileitungen im Altbau ja — dort ist die Messung am eigenen Hahn die einzige Möglichkeit, Klarheit zu bekommen. Sonst gilt: Ein Test kostet Geld, deckt jeweils nur die bestellten Stoffe ab und beschreibt einen einzigen Tag. Er verändert nichts an dem, was danach aus der Leitung kommt. Wer den Befund ohnehin filtern würde, kann den Filter gleich setzen — er wirkt an jedem Tag und für alle Stoffe, die er zurückhält.
Wer mehr will als die Einhaltung von Grenzwerten, filtert selbst — leitungsgebunden, direkt an der Entnahmestelle, statt in Flaschen zu investieren. Genau dort, wo die Zuständigkeit des Versorgers endet und Ihre eigene Hausinstallation anfängt: hinter dem letzten Meter, den keine Analyse dieser Seite abdeckt.
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